Hyperbare Sauerstofftherapie

 Benefits of Hyperbaric Oxygen Therapy Still Doubtful Dtsch Arztebl Int 2013; 110(21): 372; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0372a Chantelau, Ernst A. zu dem Beitrag Lokaltherapie chronischer Wunden: Bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit, chronisch-venöser Insuffizienz und Diabetes mellitus von Dr. med. Mike Rüttermann, Dr. med. Andreas Maier-Hasselmann, Brigitte Nink-Grebe, Marion Burckhardt in Heft 3/2013

Rüttermann et al. konnten für „die Ganzkörperdruckkammmertherapie (hyperbare Sauerstofftherapie)“… „auf der Basis hochwertiger Evidenz“ einen „Nutzen“ ermitteln, „der zu einer klaren Anwendungsempfehlung (mindestens Empfehlungsgrad B) führte“. Sie beziehen sich dabei auf eine Metaanalyse von Kränke et al. aus dem Jahre 2004 .

Kränke et al. hatten 2012 ihre Metaanalyse aktualisiert und dabei allerdings eine bemerkenswert andere Schlussfolgerung gezogen (Übersetzung): „Bei Menschen mit diabetischen Fußgeschwüren verbesserte die hyperbare Sauerstofftherapie signifikant die Geschwüre kurzfristig, aber nicht langfristig, und die Studien hatten verschiedene Schwächen im Design und bei der Darstellung der Materialien und Methoden, das heißt, wir trauen den Ergebnissen nicht.“

Was Rüttermann et al. als „valide Daten [...] für die hyperbare Oxygenierung“ bezeichnen, veranlasste Kränke et al. zu der Bemerkung, der Stellenwert der hyperbaren Sauerstofftherapie bei Menschen mit chronischen Wunden müsse endlich einmal gründlich evaluiert werden, in Studien mit ausreichender Teststärke (power) und wenig Verzerrungen (bias).

In den USA hat die Wirkung der hyperbaren Sauerstofftherapie bei 6259 Diabetikern mit Fußgeschwür und ausreichender arterieller Durchblutung jedenfalls auf ganzer Linie versagt, wie die neueste und bislang umfangreichste Publikation zum Thema belegt .